Es ging bei dieser Aktion nicht mehr nur um eine Umverteilung innerhalb des Wohlfahrtstaates oder die Umsetzung eigener Interessen zulasten anderer - zum ersten Mal wurde der organisierte Widerstand gegen ökonomische, aber bittere Wahrheiten geprobt. Der Zorn derer, die den einstigen Versprechungen und Lügen erst jetzt auf die Schliche gekommen sind, ist groß - nicht zu unrecht. Betrogen und allein gelassen geht der Bürger auf die Straße und fordert das Unmögliche, das Unbezahlbare. Irgend etwas muß im Wirtschafts- und schließlich Finanzsystem der letzten Jahrzehnte also falsch gelaufen sein. Mein Hauptverdächtiger: inflationiertes Papiergeld.
Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Zentralbanken. In der Vergangenheit waren sie Garanten für stets willkommene Zuschüsse zu den staatlichen Budgets. Das dem nicht so ist, müssen nun einige Länder auf schmerzhafte Weise zur Kenntnis nehmen. Die Eigenständigkeit der Zentralbanken ist schon seit geraumer Zeit nur noch ein Märchen. Statt dessen sind die Notenbank-Chefs heute zu Befehlsempfängern ihrer Regierungen degradiert und haben nur noch die Pflicht, entsprechende Weisungen von Seiten der Politik auszuführen. Zentralbank-Präsidenten werden nach dem Parteibuch ausgewählt: Kritische Köpfe sind unangenehm und womöglich nur Störenfriede.
J.M. Keynes behauptete einmal: "Gold ist ein barbarisches Relikt!" Getreu diesem Credo zogen die Weltbank, der IWF und die US-Zentralbank schließlich gegen das Gold ins Feld. Als dann 1990 nur noch die Schweiz das Fähnlein des Goldes hochhielt, war es an der Zeit, auch diese letzte Bastion zu nehmen. Unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe wurde der Schweizer Bevölkerung 1992 vorgegaukelt, daß ein Beitritt zur Weltbank und zum IWF unabdingbar sei. Daß dabei aber die Währung, der Schweizer Franken, seine Golddeckung verlieren würde, sah man sich zu verschweigen gezwungen. Mit einer Total-Revision der Schweizer Bundesverfassung verschwand dann die Golddeckung dann endgültig. Kaum jemandem dürfte bekannt sein, daß es der Präsident der Schweizer Notenbank, Meyer, war, der das aus meiner Sicht Unwort des Jahrhunderts prägte: "Unnötige Golddeckung". Und ruckzuck standen 1.300 Tonnen Schweizer Gold zum Verkauf.
Wie sollte ein Anleger auf derlei Vertrauensverluste reagieren? Wenn schon der Staat nicht (mehr) auf eine Golddeckung setzt, muß man dies eben selbst in die Hand nehmen: Mit einem Teil seiner Erträge in Form von realisierten Kursgewinnen - hoffentlich vorhanden - und Dividenden, je nach Anleger-Typ zwischen 20 und 50 %, sollte er physisches Gold und Silber kaufen. Dieser wichtige, zentrale Teil seines Portefeuilles soll und darf nicht der Spekulation dienen! Aber bitte: Hier gilt der Slogan "Geiz ist geil" nun gerade nicht. Wer bei Aktien und Anleihen auf "Blue Chips" baut, sollte dann bei Gold und Silber keine Kompromisse eingehen.
Verfasser : Rainer Meier, ZPMO Edelmetalle & Münzen AG Zürich
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