
Zusammenhang zwischen der Goldpreisentwicklung und der Inflationsentwicklung
Zwischen Januar 1980 und Mitte 1982 ist der Goldpreis von US$ 850 auf US$ 290 gefallen, nachdem er eine Megarally von US$ 100 auf US$ 850 hingelegt hat. Diese Kursstürze sind in etwa zwei Jahren, in mehreren Schüben mit einigen trügerischen Teilerholungen erfolgt. Nach jedem Kurssturz war daher die weitaus überwiegende Anzahl der Privatanleger der Meinung dass einzigartige Schnäppchen vorliegen. Da die Privatanleger dabei aber wie sich letztlich immer wieder herausgestellt hat jeweils nur in ein offenes Messer gerannt sind, hat sich diese ´unnötige Kaufhektik´ im Lauf der Jahre und Jahrzehnte aber doch deutlich gelegt.
Es war in der Finanzgeschichte noch niemals feststellbar, dass sich nach dem Platzen einer extremen Blase am selben Markt kurz danach schon wieder eine neuerliche Blase ausgebildet hat. Geradezu typisch ist aber, dass jeweils zur Jahrzehntwende Blasen platzen, aber immer an einem anderen Markt (Anfang 1980 war davon der Gold- und Silbermarkt betroffen, Anfang 1990 der japanische Aktienmarkt und Anfang 2000 die internationalen Aktienmärkte).
Kaum bekannt sind folgende Fakten: Die Finanzmärkte werden von einem großen 30-Jahres-Inflationszyklus geprägt (Inflationshochs in den USA: 1920/1950/1980 -2010). Grundsätzlich kann dazu festgestellt werden dass sich dabei jeweils 15 inflationäre mit 15 desinflationären Jahren abwechseln. Noch bezeichnender ist aber eine Unterteilung in Inflations- Deflations- und Übergangs-Jahrzehnte. Dementsprechend können die Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts wie folgt eingestuft werden:
1. INFLATIONS-JAHRZEHNT (1910-1920, 1940-1950, 1970-1980, 2000-2010)
2. DESINFLATIONS-JAHRZEHNT (1920-1930, 1950-1960, 1980-1990)
3. ÜBERGANGS-JAHRZEHNT (1930-1940, 1960-1970, 1990-2000)
In jedem dieser drei Jahrzehnte sind andere Kapitalanlagen sinnvoll. Diese Zyklik lässt z.B. auch klar erkennen, warum in den siebziger Jahren (Inflations-Jahrzehnt) mit Edelmetall-Investments das grosse Geld gemacht wurde und warum aber in den achtziger Jahren (Desinflations-Jahrzehnt) derartige Investments kein bisschen gewinnbringend verlaufen sind und überwiegend nur Extremverluste beschert haben. Bei allen längerfristigen Kapitalanlagen muss auf den grossen Inflationszyklus Bedacht genommen werden. Die grossen langfristigen realen Wertverluste bei Aktienanlagen wurden aber immer in den Inflationsjahrzehnten und manchmal schon in der zweiten Hälfte der Übergangsjahrzehnte verzeichnet. Wer genau zu diesen Zeiten sein Aktieninvestment begründete, hat dabei meist den Grundstein zur Verarmung gelegt oder musste schier unendliche Geduld aufbringen. Zu den Eigentümlichkeiten zählt aber, dass breite Bevölkerungskreise die Anlagemöglichkeit Aktie immer just um diese Zeit entdeckt hat.
In den Inflationsjahrzehnten erleben die Edelmetalle und Minenwerte ihre Sternstunden. Wegen der extrem hohen Volatilität von Goldminen-Aktien macht es absolut Sinn dass Werte ins Depot aufgenommen werden, welche sich durch eine stabile und kontinuierliche Kursentwicklung in derartigen Phasen auszeichnen.
In den Inflationsjahrzehnten 1910/20, 1940/50, 1970/80 bzw. manchmal schon in der zweiten Hälfte des Übergangs-jahrzehntes haben die ganz grossen Kriege des Jahrhunderts stattgefunden (1.Weltkrieg, 2.Weltkrieg, Vietnamkrieg und die Nahostkriege von 1967 und 1973). Die Entwicklungen im Nahen Osten deuten schon an, dass auch dieser Zyklus weiterhin Bestand hat. In den Inflationsjahrzehnten stellten daher immer auch Rüstungsaktien eine positive Ausnahme dar. Dieses Thema wird uns in den nächsten Jahren noch öfter beschäftigen. Grundsätzlich sollte man sich jedoch damit auseinandersetzen, das obige Szenarien wohl unsere Börsenzukunft beeinflussen werden. In jeder Phase hoher Inflation hat es sich bewährt, einen sicheren Hafen für sein Kapital in Form von Edelmetallen auszuwählen.
Die Anlage in Aktien guter Minengesellschaften sollte man dem allerdings vorziehen, da es bei steigenden Edelmetallpreisen, meist zu einem überproportionalen Ansteigen der Minenaktien kommt. Goldinvestments bedurften in der Zeit von 1980 bis heute einem langen Atem. Ob die Höchstkurse von 1980 jemals wieder erreicht werden können ist fraglich. Es kommt vielleicht auch darauf an, wie stabil sich die Weltkonjunktur zeigt, ob relativ schnell Erfolge in der Terrorbekämpfung zu sehen sein werden und ob der Euro als Bargeld ein Erfolg wird. Die Wahrscheinlichkeit steigender Gold- und Silberpreise ist jedenfalls sehr hoch.
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