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Hedge-Fonds und Spekulanten treiben Ölpreis in die Höhe

Im Wochenverlauf sprang der Ölpreis auf ein Allzeithoch von 42 US-Dollar, als ein Anschlag in Saudi-Arabien neue Ängste aufkommen ließ. Die Ölversorgung schien gefährdet zu sein. Nachdem die OPEC Ölfördersteigerungen von 2,5 Mio. Fass pro Tag verkündet hat, wurde dieser kurzfristige Effekt wieder ausgeglichen, und der Ölpreis ist deutlich abgefallen.

Future- und Optionsscheinhändler sowie Hedge-Fonds spekulieren derzeit aktiv auf einen nachhaltig steigenden Ölpreis, wodurch dieser viel schneller in die Höhe katapultiert wird, als dies durch Angebot und Nachfrage geschehen würde. Fördersteigerungen führen nicht unbedingt zur Senkung des Ölpreises, da der Preis verstärkt durch Spekulanten bestimmt wird.

Am Freitag wurden die Arbeitsmarktdaten vermeldet. Mit 248.00 neuen Arbeitsplätzen sind die Erwartungen übertroffen worden. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die US-Konjunktur weiter anzieht. Die Fed kann sich bei einer anziehenden Konjunktur nicht weiter erlauben, den Leitzins auf Rekordniveau zu belassen. Eine Zinsanhebung muss so schnell wie möglich durchgeführt werden. Die Angst vor Zinsanhebungen ist an den Finanzmärkten stets groß. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten sollten zunehmend die Ängste vor einer baldigen Zinsanhebung verstärken. Diese Erkenntnis wird sich meiner Einschätzung nach in den Börsennotierungen widerspiegeln.

Eine anziehende Konjunktur zieht einen wachsenden Energiehunger nach sich und führt zu einer stärkeren Nachfrage nach Öl. Spekulanten, die den Ölpreis in Erwartung eines solchen Szenarios in die Höhe spekuliert haben, werden dahingehend bestätigt, dass eine Erholung des Ölpreises nicht bzw. nicht so stark erfolgen wird. Meiner Einschätzung nach wird der Ölpreis in den kommenden Wochen deutlich zu fallen beginnen. Unabhängig von aktuellen Konjunkturdaten ist der Ölpreis durch Spekulationen zu schnell und zu stark angestiegen.

Die Finanzmärkte befinden sich derzeit in einer zitternden Wartestellung. Ich könnte mir vorstellen, dass die Angst noch ein wenig anhält. Diese war noch nicht groß genug, um einen Boden zu definieren. Ein weiterer Ausverkauf steht meiner Erwartung nach noch aus, bevor wir wieder höhere Kurse sehen werden.

06.06.2004