Chartanalyse Euro/Dollar
Prognose zur Entwicklung des Wechselkurses EUR/USD
Aktueller EUR/USD Kurs 1.36 (07.02.2011)
Die Charttechnik weist derzeit auf die Möglichkeit noch höherer Wechselkurse hin. Mit einem Monatsplus von 3% nimmt der Euro als nächstes Ziel seiner Rallye Kurs auf 1,43 EUR/USD. Ungeachtet der ausgerufenen Sparanstrengungen für die USA scheinen die nachlassenden Spannungen hinsichtlich des Euros immer mehr Kapital nach Europa fließen zu lassen.
Oder befinden wir uns hier in einer Gegenbewegung der Euro-Krise, in der zahlreiche Spekulanten auf den Niedergang des Euros wetteten und sich nun teuer eindecken müssen? Wie auch immer. Der feste Euro bzw. schwache US-Dollar ist gut für die US-Wirtschaft. Dank des schwachen US-Dollars können die Amerikaner wieder exportieren.
Aktueller EUR/USD Kurs 1.33 (17.01.2011)
Der Euro ist gegenüber dem US-Dollar im Dezember um 2,4% angestiegen. Mit einer Schwankungsbreite von 4% bleibt der Wechselkurs volatil, wobei die Schwankungen der Krisenmonate noch deutlich stärker ausfielen. So ist der Wertzuwachs des Euros im Dezember eher als Gegenbewegung zum vorherigen Wertverlust im November um 6,9% zu sehen, der in Folge der Irland- und Portugalkrise hervorgerufen wurde.
Langfristig betrachtet würde ich sagen, dass die übertriebene "Europhie" (aus Euro und Euphorie) mit einem Wechselkurs von 1,60 EUR/USD im Juli 2008 durch die Finanzkrise beendet wurde. Die übertriebene Angst vor einem schnellen Zusammenbruch des Euros mit einem Wechselkurs von 1,19 EUR/USD im Juni 2010 (Griechenlandkrise) haben wir ebenfalls hinter uns gelassen. Mich würde nun eine Seitwärtsbewegung mit einem relativ schwachen Euro im Bereich von 1,26 bis 1,43 EUR/USD nicht überraschen.
Im Jahresverlauf hat der Euro gegenüber dem US-Dollar 7,3% abgegeben. Das entspricht etwa dem Vorsprung, den der DAX im Jahr 2010 gegenüber dem Dow Jones herausgeholt hat (+5,1%). Doch wie schon bei der Besprechung der Aktienindizes beschrieben, hat die Euro-Schwäche im vierten Quartal 2010 nachgelassen, so dass auch der Dow Jones bereits etwas gegenüber dem DAX aufholen konnte. Ein Ausbrechen aus oben genannter Wechselkursspanne (1,26 bis 1,43 EUR/USD) könnte im Jahresverlauf meines Erachtens eher nach unten erfolgen, da ich die Euro-Probleme als noch nicht gelöst betrachte.
In den USA haben die Republikaner wieder mehr Einfluss, und das spricht für eine Eindämmung des Haushaltsdefizits, was den US-Dollar stärken würde. So halte ich einen Ausbruch des Euros über 1,43 EUR/USD für das laufende Jahr für unwahrscheinlich.
